Sylt (dänisch Sild, nordfriesisch Söl)
Begeistert mit weiten Stränden, Dünenlandschaften, friesischem Charm und einer frischen Nordseebrise. Sylt gehört zu Schleswig-Holstein und ist mit 99,2 km² die viertgrößte Insel Deutschlands (nach Rügen, Usedom, Fehmarn, aber vor Föhr) sowie die größte nordfriesische Insel. Die Entfernung zum Festland beträgt zwischen 9 und 16 Kilometer. Sylt hat eine Länge von 38 km und misst in der Breite zwischen 321 m und 12,6 km. Die höchste Erhebung ist die "Uwe-Düne" mit 52,5 m ü. NN. Die Einwohnerzahl betrug 2023 laut Wkipedia 18.299. Sylt hat 12 Inselorte, die alle ihren eigenen Reiz ausstrahlen. Die Insel verzeichnet pro Jahr etwa 1.750 Sonnenstunden und 750.000 Übernachtungsgäste. Sie verfügt über 250 km Rad- und Wanderwege sowie über 11.000 Strandkörbe. Seit einer Kreisreform 1970 gehört Sylt zum Landkreis Nordfriesland mit Husum als Kreisstadt.
Die Insulaner lebten früher vor allem vom Meer. Bis zum 16. Jahrhundert überwiegend vom Heringsfang. Ab dem 17. Jahrhundert fuhren dann die ersten Sylter Kapitäne zum Walfischfang ins Eismeer. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden die ersten Seebäder (z. B. auf Norderney). Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass auch die ersten Badegäste nach Sylt kamen. 1855 wurde das Westerländer Seebad mit ersten Badekuren am Strand gegründet. Die Entdeckung der Heilkraft des Meeres und des anregenden Reizklimas ließen auch die anderen Gemeinden auf Sylt zu einem beliebten Reiseziel für Erholungssuchende werden.
Aufgrund der exponierten Lage in der Nordsee kommt es bei Sturmfluten regelmäßig zu Landverlusten. Seit 1927 ist Sylt über den 11 km langen Hindenburgdamm durch eine Bahntrasse mit dem Festland verbunden. Südöstlich von Sylt befinden sich die Inseln Amrum und Föhr, nördlich liegt die dänische Insel Rømø, über die man Sylt auch mit der Fähre erreichen kann. In der Nähe der Sylter Nordspitze liegt die Insel Uthörn. Von Hamburg aus erreicht man den Festlandsort Niebüll in etwa drei Stunden. Für die (Auto-) Zugfahrt über den Hindenburgdamm benötigt man noch einmal gut 30 Minuten. Und wenn man von Sylt aus strikt nach Westen schwimmen würde, dann landet man nach gut 600 bis 700 Kilometern offener Nordsee an der Küste von Großbritannien, im Bereich zwischen Newcastle und Edinburgh (Schottland).
Sylt gehörte übrigens viele Jahrhunderte zu Dänemark. Dies änderte sich erst 1864 durch den Deutsch-Dänischen Krieg, worauf Sylt Teil des Königreichs Preußen wurde. Bei einer Volksabstimmung 1920 entschied sich das Volk für den Verbleib bei Deutschland. Diese Entscheidung trug auch maßgeblich mit dazu bei, dass 1923 mit dem Bau des o.g. Hindenburgdamms begonnen wurde. Denn die alte Bahnverbindung nach Sylt führte über Tondern (Tønder) und den Hafen Hoyerschleuse (Højer Sluse). Nach 1920 gehörte dieses Gebiet zu Dänemark. Um Sylt ohne Grenzübertritt durch dänisches Hoheitsgebiet zu erreichen, wurde eine rein deutsche Verbindung - über den Hindenburgdamm - notwendig.
„Rüm hart – klaar kiming“
Dabei handelt es sich um einen bekannten nordfriesischen Wahlspruch. Er bedeutet soviel wie „Weites Herz – klarer Horizont“ und stammt ursprünglich aus der Seefahrerzeit. Er symbolisiert ein offenes, menschenfreundliches Wesen sowie eine vorurteilsfreie Sichtweise und ist tief in der Kultur Nordfrieslands, insbesondere auf Sylt, verwurzelt. Das „weite Herz“ steht für Weltoffenheit und Hilfsbereitschaft, während der „klare Horizont“ einen klaren Verstand und den weiten Blick über den Horizont hinaus, ähnlich wie bei Kapitänen auf See, repräsentiert. Der Spruch ist seit 1839 dokumentiert und wird inselfriesischen Kapitänen zugeschrieben. Er wurde im 19. Jahrhundert populär und ist oft auf Häusern, Schiffen oder als Souvenir zu finden.
Viele weitere allgemeine Informationen über die Insel sind unter dem Wikipedia-Link https://de.wikipedia.org/wiki/Sylt sehr gut zusammengefasst.

Der nördlichste Ort Deutschlands. Zugleich Fährhafen für die Sylt-Autofähre, die Sylt mit der dänischen Insel Rømø verbindet. Am Hafen von List befindet sich außerdem der Hauptstandort der bekannten Fisch-Restaurants von Gosch. Ein Fischbrötchen – das gehört auf Sylt doch einfach dazu. In List befinden sich auch das Erlebniszentrum "Naturgewalten" sowie der Lister Ellenbogen - Deutschlands nördlichster Landzunge, Leuchtturm inklusive. Der "Ellenbogen" ist im Besitz einer großen Erbengemeinschaft, aber für die Öffentlichkeit trotzdem zugänglich. Das Natur- und Vogelschutzgebiet ist ein Paradies für ausgedehnte Spaziergänge. Auch Wind- und Kitesurfer lieben diesen Teil der Insel außerordentlich. Eine besonderere Sehenswürdigkeit ist die bereits von der Straße aus sichtbare Wanderdüne. Bis zu 30 Meter sind die Sandberge hoch und bilden insgesamt das größte Wanderdünengebiet Europas. Jedes Jahr bewegen sie sich um bis zu zehn Meter gen Osten und in der Vergangenheit mussten Straßenteile und ganze Häuser für sie versetzt werden. Eine heimische Spezialität und zugleich kulinarische Botschafterin des Nordens ist die Auster "Sylter Royal", die seit 1986, in der Blidselbucht vor List, auf Austernbänken großgezogen wird. Letzter Punkt ist der legendäre Kiosk am Lister Weststrand, der zugleich Deutschlands nördlichste Bushaltestelle markiert. Hier wurden einst über 25 Jahre lang legendäre Moonlight-Partys mit "Bambus Klaus", alias Klaus Gdanietz († 2012) als Kioskbetreiber und singendem Gastwirt gefeiert. Der ehemalige Zahntechniker aus Essen wurde so zum Sylter Original. Sein bekanntester Song "Ich bin so gerne hier auf Sylt" (höre Startseite unten), hat Ballermancharme.
Kampen ist das Dorf der reizvollen Kontraste. Endlose Sandstrände und weite Heide, Rotes Kliff, Wattenmeer und das bekannte Café Kupferkanne einerseits und Luxusboutiquen, sündhaft teure reetgedeckte Friesenkaten, Promiflair andererseits. Eine Mischung, die Deutschlands wohl berühmtestem Dorf seinen ganz speziellen Charme verleiht. Hier begann Ende der 60er Jahre der Sylt-Kult: Buhne 16, GoGärtchen, Pony, ... Promis auf Sylt: Wie eine Insel zum Sehnsuchtsort der Schönen und Reichen wurde. Friesentore, Friesenwälle, Friesenhäuser mit heruntergezogenen Reetdächern. Die Gegend um den Hobokenweg, den Heideweg, den Heidenwinkel ist im Hinblick auf die Immobilenpreise die teuerste Deutschlands. Für besonders exklusive Immobilien können die Preise die 20-Millionen-Euro-Marke durchaus überschreiten. Dabei sehen die meisten Häuser sehen obenherrum fast bescheiden aus und klein, sind aber unterkellert, nicht wenige mehrstöckig, nicht selten mit Schwimmhalle, Kinosaal, Tiefgarage. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die 1767 errichtete Vogelkoje, die zwischen Kampen und List gelegen ist. Sie wurde nach niederländischem Vorbild erbaut und ist die älteste und bekannteste von ehemals drei Vogelkojen auf der Insel; weitere befinden sich in Rantum und Westerland. Eine Vogelkoje diente einst (bis etwa 1910) dem Entenfang und nicht, wie oft vermutet, der Aufzucht von Vögeln. Heute befindet sich hier ein sehenswertes interaktives Natur-Erlebniszentrum, welches zudem den damaligen Entenfang an diesem Ort beschreibt, sowie ein bekanntes Restaurant.
Zentral auf Sylt gelegen steht Wenningstedt-Braderup vor allem für ruhigeren Familienurlaub mit entspannten Strandtagen, Heidelandschaft und Idylle am Dorfteich. Außerdem findet man an der Promenade einen eindrucksvollen Strandübergang und die wohl schönste Lokalität von "Gosch am Kliff" auf der Insel. Der Kursaal³, ebenfalls direkt an der Prommenade, bietet ein breites kulturelles Angebot und die Uwe-Düne (s.u.), zwischen Wenningstedt und Kampen gelegen, gestattet bei gutem Wetter fantastische Inselausblicke. Eine weitere Attraktion ist das ca. 5000 Jahre alte begehbares Hünengrab "Denghoog", welches auch besichtigt werden kann.
Ich will zurück nach Westerland – wer kennt dieses, 1988 veröffentlichte, ursprünglich weniger als Hommage auf die Insel, denn als Satire geplante Lied der Ärzte nicht. Heute ist es ein Kultsong - für die Band und fürdie Insel.
Traumhaften Urlaub am Strand, gepaart mit Stadtflair und pulsierenden Erlebnissen und fantastischen Sonnenuntergängen am Abend. Eine hervorragende Infrastruktur was Shopping, Gastronomie und sämtliche Unterkunftsformen betrifft. Spaßbad Sylter-Welle, Wellness Syltness Center, Aquarium, Bahnhof mit Autoverladung und natürlich die "Flaniermeile Friedrichstraße" – hier finden Sie all dies. Unser persönlicher Tipp in Westerland ist das alt ehrwürdige Café Wien.
Der Kurort Westerland hat für jeden etwas zu bieten und gehört wohl mit zu den beliebtesten Ortschaften der Insel. Bausünde und Wahrzeichen von Westerland zugleich ist das Anfang der 60er Jahre erbaute Hochhaus "Metropol" im neuen Kurzentrum, direkt an der Promenade gelegen. Gleichwohl sind die unzähligen (teuren) Appartements bei Urlaubern und Kapitalanlegern gleichermaßen beliebt - genießt man auf der Westseite doch einen atemberaubenden Weitblick auf die Nordsee. Die Entwicklung des neuen Kurzentrums ist insgesamt ein spannender Teil der Geschichte der ehemaligen Stadt Westerland. Wer sich mehr dafür interessiert, dem sei der Wikipedia-Link zum Thema "Atlantis" empfolen.
In der Elisabethenstraße befindet sich der "Friedhof der Namenlosen". Hier liegen 35 Unbekannte begraben, die zwischen 1855 und 1907 an den Stränden von Westerland und Rantum angespült wurden und an diesem Ort ihre letzte Ruhe fanden.
Die Gemeinde Sylt besteht seit 2009 und ist aus den ehemaligen Gemeinden Sylt-Ost (Archsum, Keitum, Morsum, Munkmarsch, Tinnum), Rantum sowie der Stadt Westerland entstanden.
In der Andreas-Dirks-Straße 5 in Westerland befinden sich außerdem unsere Fereienappartements Dünenkoje (App. 205) und Strandmuschel (App. 309).
Der im geografischen Inselzentrum gelegene Ort ist vor allem aufgrund der zahlreichen Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe sowie dem Verkehrsflughafen von immenser Bedeutung für die Insel. Aber gut ausgebaute Radwege durch die grünen Tinnumer Wiesen bieten auch weite Blicke und rücken so die meisten Orte auf Sylt in zweiradfreundliche Nähe.
Eine eher unscheinbare, aber historisch bedeutsame Attraktion ist die Tinnum-Burg in den Tinnumer Wiesen. Die ringförmige Wallanlage hat einen Durchmesser von 120 Metern und eine Höhe von 8 Metern. Forscher gehen davon aus, daß die Burg über 2000 Jahre alt ist und den Inselbewohnern als germanische Kultstätte diente und ihnen außerdem Schutz vor den Wikingern bot. In Tinnum befindet sich weiter noch ein kleiner Tierpark. Auch sehr beliebt, die kulinarische Alternative zu "Gosch": Fisch Blum lockt in seinem Hauptbistro mit leckersten Spezialitäten aus dem Meer.
Der alte historische Fährhafen, heute Segelhafen, Marschland und Wattenmeer, Friesenhäuser. Munkmarsch bietet Ruhe und vor allem tolle Ausblicke aufs Wattenmeer samt einem traumhaften Spazierweg von Kampen bis nach Morsum (wenn man will).
Ein geschichtsträchtiger, einem einzigen Freilichtmuseum gleichender Ort, der vor allem aus einem Gewirr von kleinen, idyllischen Gässchen, alten Kapitänshäusern und liebevoll gepflegten Gärten besteht und von Natur und Wattenmeer umgeben ist. Hier ist man am besten zu Fuß unterwegs. Die meisten Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert, als der Walfang noch die Haupterwerbsquelle der Insel Sylt war. Oberhalb des Grünen Kliffs befindet sich in einem 1759 erbauten Kapitänshaus das Syltmuseum, auch bekannt als Heimatmuseum, der Insel. Nur kurz davon entfernt befindet sich außerdem das Altfriesische Haus. In diesem Haus wurde eine Wohnung aus dem 18. Jahrhundert originalgetreu rekonstruiert. Am süd-östlichen Ende von Keitum befindet sich zudem das Steinzeitgrab "Harhoog". Ein weiteres Wahrzeichen des Ortes ist die Kirche St. Severin. Sie ist sehr beliebt für Hochzeiten, Taufen und Konzertveranstaltungen. Ein Besuch lohnt sich sehr. In unmittelbarer Nähe zur Kirche, in einer kleinen Senke mit besonderem Mikroklima, befindet sich seit 2009 Deutschlands nördlichstes Weinbauprojekt. Auf einer Fläche von rund 3.000 m² gedeihen hauptsächlich pilzwiderstandsfähige Solaris-Reben, die den rauen Nordseebedingungen trotzen. Die erste Lese fand 2013 statt, 2014 kam der erste Wein auf den Markt. Der Wein wird oft als "Söl'ring" (Söl'ring Wein) bezeichnet und ist ein exklusives Inselprodukt.
Das erste Dorf, wenn man mit dem Zug die Insel erreicht, ganz an der östlichen Spitze gelegen, herrlich zum Radfahren. Morsum ist ländlich geprägt. Weite Felder, kleine Wäldchen, Bauernhöfe und - vor allem - das Morsumer Kliff sind hier zu finden. Bekannt sind auch die "Eier vom Hansenhof" und der Kaffeegarten der Bäckerei Ingwersen.
Das kleinste Dorf auf der Insel und zugleich das grüne Herz von Sylt. Archsum steht vor allem für landwirtschaftliche Tradition, unendliche Wiesen, die weite Blicke zulassen. Genießen Sie dies bei ausgiebigen Radtouren durch die von Prielen durchzogenen Salzwiesen und entlang des Deiches. Im Frühjahr leuchten die Rapsfelder. Alte, auf Warften stehende Höfe und reetgedeckte Friesenhäuser bestimmen das Ortsbild. Archsum ist ein noch sehr ursprünglicher Ort und auch die alte Sylter Sprache, das Söl'ring, kann man hier noch hören.
Nur 600 m sind es hier an der schmalsten Stelle vom Wattenmehr bis zum offenen Meer. Ein Highlight ist die Umrundung des Natur- und Vogelschutzgebietes "Rantumbecken", ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß, sofern einen der teils eisige, kräftige Ostwind nicht davon abhält. Außerdem befindet sich am südlichen Ende von Rantum, mitten in den Dünen, die "Sansibar" (s.u.), die wohl berühmteste "Strandbude" Deutschlands. Einen Besuch wert ist auch das kleine Gewerbegebiet am Rantumer Hafen mit u.a. der Sylter Strandkorbmanufaktur, der Sylter Kaffeerösterei, einem Sansibar Lagerverkauf und Outlet sowie dem beliebten Hafenkiosk24.
Das Wahrzeichen von Hörnum ist sicherlich der markante Leuchtturm (s.u.), auf dem Paare im übrigen auch heiraten können. Hörnum ist der wohl ursprünglichste Ort der Insel und von drei Seiten von Wasser und Sand umgeben. Von hier aus ist man den Nachbarinseln, der "RALF-Regel" folgend, rechts Amrum, links Föhr, ganz nah. Pflichtprogramm ist ein Spaziergang durch die "Hörnumer Odde" mit ihren halboffenen Dünentälern und seltenen Sand- und Salzwiesen. Der Hörnumer Hafen dient vor allem der Fischerei, ist aber auch Ausgangspunkt für die Adler-Ausflugsschiffe. Im Hafenbecken schaut manchmal die Kegelrobbe "Sylta" ("Willi" ist inzwischen verstorben) vorbei und lässt sich gerne von Touristen mit Leckereien von Fisch Matthiesen verwöhnen.

Es ist natürlich nicht der Mann im Mond, der im Wattenmeer das Wasser ein- und auslaufen lässt. Aber Ebbe (= ablaufendes Wasser) und Flut (= auflaufendes Wasser), das Kommen und Gehen des Meeres, machen den besonderen Reiz der Nordsee aus. Die Gezeiten (Tiden) entstehen durch das Zusammenspiel von Erde und Mond und die dabei wirkenden Gravitationskräfte. Auf der Seite der Erde, die dem Mond zugewandt ist, zieht der Mond das Wasser der Ozeane durch seine Anziehungskraft an. Dadurch wölbt sich das Wasser nach außen und ein Flutberg entsteht. Auf der gegenüberliegenden Seite der Erde entsteht aufgrund der Fliehkraft ein zweiter Flutberg. Auf dem offenen Meer beträgt der Tidenhub - also der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser - nur etwa 30 Zentimeter, an den Küsten sorgt er zum Teil für hohe Schwankungen; auf Sylt zwischen ein und drei Metern. Zusätzlich beeinflusst die Sonne die Gezeiten, denn auch sie besitzt Anziehungskräfte. Wenn Sonne und Mond in einer Linie stehen (bei Vollmond und Neumond), verstärken sich ihre Anziehungskräfte – es entstehen besonders hohe Fluten und starke Ebben. Diese starken Gezeitenunterschiede nennen Wissenschaftler Springtiden oder Springfluten. Ebbe und Flut wechseln sich regelmäßig ab: Ungefähr 6 Stunden und 12 Minuten dauert es vom höchsten Punkt der Flut bis zum tiefsten Punkt der Ebbe. Das liegt an den Bewegungen von Erde und Mond: Die Erde dreht sich einmal in 24 Stunden um die eigene Achse, gleichzeitig bewegt sich der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde herum. Das führt dazu, dass sich die Abfolge von Ebbe und Flut jeden Tag um etwa 50 Minuten verschiebt.
Das Klima auf Sylt ist maritim geprägt, mild und durch den Golfstrom beeinflusst, mit wärmeren Wintern und kühleren Sommern als auf dem Festland. Mit über 1.700 Sonnenstunden zählt die Insel zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands, bietet aber ganzjährig ein typisches, windiges Reizklima. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei ca. 10,9°C. Zwischen Juli und September ist es warm genug für einen Baderurlaub auf Sylt, besonders im Hochsommer muss man sich die Insel aber mit vielen anderen Touristen teilen. Im September und Oktober sind die Bedingungen zum Wellenreiten optimal, dann findet hier auch der World Cup statt (siehe unten). Wer es gerne ruhig mag und vor allem nach Erholung sucht, sollte sie Insel in den Wintermonaten zwischen Januar und März besuchen. Manchmal kann noch im September bei Sommertemperaturen das „Endless-Summer“-Feeling aufkommen und im Januar ein Strandspaziergang bei Windstärke 7 wie eine Expedition ins ewige Eis wirken. Wenn der Wind, der auf Sylt fast immer und grundsätzlich aus der "falschen Richtung" weht, die Haut massiert, die Haare durcheinander wirbelt, das Salz auf die Lippen pustet und die Sonne vom Meer und dem hellen Strand zusätzlich reflektiert wird, dann sprechen die Fachleute vom „Reizklima“. Es fördert die Durchblutung, reichert den Körper mit Mineralien und Sauerstoff an, bringt den Hormonhaushalt in Schwung und tut der Seele gut. Das Ergebnis ist in den ersten drei Urlaubstagen meist eine gesunde Müdigkeit.


"Tjen di Biiki ön!" - "Macht das Feuer an!"
Einer nordfriesischen Tradition folgend wird jedes Jahr am 21. Februar, vor allem, aber nicht nur, auf Sylt "Biike" gefeiert. Ursprünglich dienten die Feuer in vorchristlicher Zeit wahrscheinlich der Vertreibung des Winters und mit ihm auch der bösen Geister. Biike ist friesisch und bedeutet "Feuerzeichen" oder "Bake". Riesige Mengen alter Weihnachtsbäume, Stroh, Ast- und Buschwerkschnitt sorgen für einen großen Feuerberg und obendrauf verbrennt der "Piader" oder "Pidder", eine mannshohe Art Strohpuppe. Heute ist das Biikebrennen vor allem ein Fest, welches Touristen und einheimische gleichermaßen feiern und dabei einerseits den Winter verabschieden und sich andererseits der friesichen Tradition, Geschichte und Heimat besinnen. Gegessen wird an dem Tag traditionell Grünkohl als typisches Wintergemüse zusammen mit Kassler, Bauchspeck oder Kochwürsten sowie Bratkartoffeln oder süßen Kartoffeln.

Am Brandenburger Strand in Westerland findet järhlich auf´s Neue der "Windsurf Worldcup Sylt" statt.
Eines der größten und am längsten laufenden Windsurf-Events der Welt - teils unter extremen Bedingungen. Es lockt jährlich im September 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauer an den Strand, verteilt auf rund zehn Tage. Drei Hauptdisziplinen: Wave, Freestyle, Slalom. Den Sylt World Cup muss man einmal erlebt haben!

2026 wird es das 40. Mal sein, dass sich am 2. Weihnachtsfeiertag rund 150 "Verrückte" Insulaner und Urlauber am Westerländer Strand in das vier bis sechs Grad kalte Nass stürzen - vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Die Anzahl der "Wiederholungstäter" ist dabei hoch. Das traditionelle Event des Insel Sylt Tourismus-Service wird begleitet von unzähligen Schaulustigen an der Promenade und dazu spielt in der Konzertmuschel der Sylter Chantychor die Hymne "Sonne über Sylt". Da schmeckt der Glühwein nach dem Baden umso besser. Ein Riesenspaß, der viele "Wiederholungstäter" jährlich aufs Neue begeistert!

Der wohl bekannteste Leuchtturm der Insel; 1907 erbaut. Er misst eine Höhe von 34 m und steht auf einer 16 m hohen Düne. Der aus Gusseisenplatten errichtete Turm ist nahezu baugleich mit den Leuchttürmen Westerheversand und Pellworm und Teil einer Serienproduktion der ehemaligen Isselburger Hütte in Isselburg im westlichen Münsterland. Von 1914 bis 1933 war in einem Zimmer des Leuchtturmes Deutschlands kleinste Schule mit zwei bis fünf Schülern untergebracht. Der Leuchtturm kann besichtigt werden und es besteht die Möglichkeit, dort zu heiraten. Über viele Jahre hinweg befand sich in etwa 800 m Entfernung ein zusätzliches Unterfeuer, welches nach einer Sturmflut 2013 allerdings abgebaut worden ist. Seit 2018 steht es, finanziert durch Spendengelder, in einem kleinen Park im Ortskern von Hörnum.

Über eine Holztreppe mit 110 Stufen gelangt man zur Aussichtsplattform auf ihrem Gipfel. Die Uwe Düne in Kampen ist mit 52,5 m über NN die höchste Erhebnung der Insel und wird im Umkreis von 40 km von keiner natürlichen Erhebung überragt. Der Ausblick umfasst große Teile der Mitte und des Nordens von Sylt und reicht bei entsprechendem Wetter bis weit auf das Meer hinaus, bis zur dänischen Nordseeinsel Rømø und zum Festland. Gen Süden zeigt sich Westerland mit dem "Metropol".


Leuchtturm Kampen
Der ursprüngliche Name des 1856 erbauten Turms lautete "Leuchtfeuer Rotes Kliff". Erst 1975 wurde er in "Leuchtturm Kampen" umbenannt, wobei er zusätzlich den Spitznamen "Langer Christian" trägt. Der 40 m hohe Turm wurde einst aus gelben Bornholmer Klinkern gemauert. Erst 1953 erhielt er die heutige schwarz-weiße Tageskennung. Der ursprünglich verwendete Leuchtapparat mit Petroleumspeisung galt bei seiner Inbetriebnahme als technische Revolution und wurde zuvor bei der Weltausstellung 1855 in Paris gezeigt. Der Turm ist heute leider nicht mehr für Besucher zugänglich.

Leuchtturm List-West am Lister Ellenbogen
Der nördlichste Leuchtturm und zugleich das nördlichste Gebäude Deutschlands. Außerdem ist er der älteste Leuchtturm an der Westküste Schleswig-Holsteins und der erste aus Gusseisen hergestellte Leuchtturm Deutschlands. Er wurde 1857 erbaut und hat eine Höhe von 11,30 m.

Quermarkenfeuer Kampen
Bei dem achteckigen verklinkerten "Betonturm" handelte es sich um eine Ergänzung des etwa 2,5 km entfernten Kampener Hauptfeuers. Das Quermarkenfeuer "Rotes Kliff" steht am Nordende des Roten Kliffs nordwestlich von Kampen. Es warnte die Schifffahrt vor einer gefährlichen Sandbank in der Einfahrt zum Lister Tief. Der Turm wurde 1913 fertiggestellt. Er misst eine Höhe von 23 m. Seit 1974 ist das Leuchtfeuer nicht mehr in Betrieb und heute im Besitz der Gemeinde Kampen.

Leuchtturm List-Ost am Lister Ellenbogen
Der Zwillingsturm zum Leuchtfeuer List-West und damit der zweitnördlichste Leuchtturm Deutschlands. Ebenfalls 1857 vom Königreich Dänemark erbaut hat er eine Hähe von 13,6 m. Beide Türme am Lister Ellenbogen sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Der Hotspot in den Dünen südlich von Rantum - die Sansibar. Immer gut, immer voll, einfach wundervoll?!
Die Sansibar auf Sylt ist berühmt, weil sie sich von einem bescheidenen Kiosk zu einer Kult-Strandbude mit einzigartigem Lifestyle-Status entwickelt hat, die Prominenz anzieht, ein breites Publikum anspricht (vom "Normalo" bis zum "Snob") und ein maritimes Sylt-Gefühl verkörpert.
Die Geschichte der Sansibar auf Sylt begann 1978 mit einem Strandkiosk. Hier verkaufte der schwäbische Koch Herbert Seckler in jungen Jahren Hausmannskost bis die Imbissbude im Jahr 1982 abbrannte. Damit war der Zeitpunkt des Restaurants Sansibar in seiner heutigen Form gekommen. Mit über 160 Innenplätzen im Restaurant und 250 Außenplätzen auf der Terrasse und in den Dünen ist es ein sehr beliebter Treffpunkt sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Die gekreuzten Säbel des Logos sind mittlerweile ein eingetragenes Warenzeichen und man bekommt Kleidung, Wein, Sekt, Gewürze, etc. der Kultmarke zu kaufen. Im Dünenkeller der Sansibar sollen 30.000 Weinflaschen lagern und Air Berlin serviert(e) die berühmte Sansibar Currywurst sogar über den Wolken. Der Name des Restaurants leitet sich von dem exotischen Namen des FKK-Strandabschnitts ab, den dieser in den 1930er Jahren erhielt. Die Speisen und Getränke sind hochwertig (und hochpreisig), die Atmosphäre ist lässig, und obwohl das Dünenlokal im Berghüttenstil gestaltet ist, wirkt alles authentisch, nicht aufgesetzt. Abends beleuchtete Dünen und unzählige Kerzen auf den Tischen, die dem Gastraum als nahezu einzige Beleuchtung dienen, erzeugen ein besonderes Flair. Auch prominente Gäste essen hier gern - ob Sportler, Musiker, Schauspieler oder Manager. Für ein sommerliches Abendessen müssen Normalbürger allerdings einige Monate im Voraus reservieren. Wer das versäumt hat, kann tagsüber in die »Sansibar« gehen, norddeutsch-international speisen und feine Weine genießen.

Der Insel Sylt gehen aufgrund starker Westwinde und Brandung jährlich rund 1 Million Qubikmeter Sand verloren. Dies entspricht etwa ein bis vier Metern an Küstenlinie. Bereits vor mehr als einhundert Jahren begann man zum Küstenschutz feste Bauwerke wie Ufermauern, Buhnen oder Tetrapoden zu errichten. Dies allerdings mit nur wenig langfristigem Erfolg; die Erosionen konnten kaum verhindert werden. So erfolgten bereits 1972 erste Sandvorspülungen an der Westküste von Sylt, die seit 1984 regelmäßig stattfinden. Durch diese aufwändige Maßnahme sollen Vordünen geschaffen werden, die den Rückgang von Dünen und den Abbruch von Kliffs verhindern.

Auf Sylt herrscht ein intensiver Diskurs um die Wohnraumknappheit, getrieben durch einen extrem angespannten und höchstpreisigen Immobilienmarkt, der Einheimische und Arbeitskräfte verdrängt. Die hohen Mieten sowie der grundsätzliche Mangel an Dauerwohnraum führen dazu, dass Einheimische die Insel verlassen und neue Arbeitnehmer erst gar nicht mehr nach Sylt kommen, was wiederum die lokale Wirtschaft und Infrastruktur sowie das gesellschaftliche Gefüge auf der Insel massiv beeinträchtigen. Zentral ist dabei der Kampf gegen geschätzt 5.000 illegale Ferienwohnungen gegen die der Kreis Nordfriesland aufgrund fehlender Baugenehmigungen (als Ferienwohnung) vorgeht. Ziel ist, Wohnraum für die lokale Bevölkerung zu sichern. Es herrscht auf der Insel eine Strategie-Debatte, die sich zwischen einer strengeren Regulierung (z.B. durch das Beherbergungskonzept der Gemeinde Sylt) und einer zu harten Vorgehensweise, die dem Tourismus - der für Sylt überlebensnotwendig ist - schaden könnte, bewegt.
